Ein Großfernglas ist besonders zur Beobachtung von ausgedehnten Himmelsobjekten wie Milchstraßenwolken, großen Galaxien, Nebelregionen und Kometen geeignet. Voraussetzung dafür ist eine dunkler Himmel, eine gewisse Mindestöffnung mit entsprechend großer Austrittspupille. Diese Anforderungen gehen leider mit einem hohen Gewicht des Fernglases einher, es muß also noch die Möglichkeit haben, auf einem Stativ montiert zu werden. Um außerdem die Himmelsbeobachtung in der Zenitregion bequem zu ermöglichen, sind bei astronomischen Ferngläsern oftmals Prismen eingebaut, die einen um 45° oder 90° gekippten Einblick ermöglichen.
Aus dem Militärbereich stammt dieses Fernglas von Carl-Zeiss-Jena. Das olivgrün lackierte Fernglas hat einen um 45° geneigten Einblick, 80mm Öffnung und 10fache Vergrößerung (8mm Austrittspupille). Es wurden Weitwinkelokulare mit 75° Eigengesichtsfeld eingebaut, die ein Sehfeld von immerhin 7,5° ermöglichen. Leider läßt die Abbildungsqualität zum Rand hin nach. Die Glasoberflächen sind nur einfach vergütet, was vor allem bei hellen Objekten Reflexe erzeugt. Aber trotzdem ist die Himmelsbeobachtung mit diesem Fernglas ein Genuß.
Ein Fernglas dieser Größenordnung ist nicht mehr für die Freihandbeobachtung geeignet, daher entschloß ich mich sehr schnell für den Bau einer Gabelmontierung aus Aluminium. Das V2A-Gegengewicht ist erforderlich, da die Gabel etwas geneigt ist, um auch die Zenitbeobachtung zu ermöglichen. In beiden Achsen habe ich einfache Messing/Alu-Gleitlager eingesetzt, zusätzlich ruht die komplette Gabel auf einer Filz/Alu-Lagerung im Azimut, um die Konstruktion etwas leichtgängiger zu machen. Die komplette Konstruktion ruht auf einem ausziehbaren Holzvermessungsstativ von Fennel/Kassel.
In Verbindung mit einer bequemen Sitzmöglichkeit und einem dunklen
Himmel habe ich mit diesem Fernglas schon einige tolle Nächte erlebt.
Gelegentlich finde ich dieses Fernglas auf Astronomiemessen und kann es
jedem empfehlen.