Der sichere Wegweiser zu den 50 schönsten Himmelsobjeken
Bernd Koch und Stefan Korth, 2001
132 Seiten, durchgehend mit farbigen Graphiken und Bildern
ISBN 3-440-08526-0
Kosmos-Verlag
14,80 Euro (2002)
Der glückliche Neubesitzer seines ersten Fernrohrs steht oftmals vor der Frage, welche sich lohnenden Deep-Sky Objekte er in den ersten Nächten beobachten sollte. Fast allen sind die Showpieces wie Andromedagalaxie oder Orionnebel bekannt, aber welche Objekte lohnen sich gerade für den Einsteiger mit meist recht hohen Erwartungen?
Diesen Leserkreis wollen Bernd Koch und Stefan Korth mit dem Buch „Star am Nachthimmel“ erreichen. Das Buch ist in drei Bereiche unterteilt: Tips für die praktische Himmelsbeobachtung, welche Phänomene können wir innerhalb des Sonnensystems erwarten, und eine Vorstellung von fünfzig sehenswerten Deep-Sky Objekten.
Im ersten Kapitel werden mehrere Tips zur Vorbereitung einer erfolgreichen Beobachtungsnacht vorgestellt. Wichtig für die Deep-Sky Beobachtung ist ein möglichst dunkler Standort, weshalb vor allem Großstadtbewohner oftmals die Astroausrüstung ins Auto packen müssen, um erst nach längerer Fahrt einen geeigneten Beobachtungsplatz zu erreichen. Dazu werden einige Anregungen für die Wahl eines optimalen Standortes gegeben. Noch wichtiger ist aber die richtige Kleidung, denn in der Regel steht der Beobachter längere Zeit neben seinem Fernrohr und kühlt mangels ausreichender Bewegung schnell aus. Ebenso wird die Wahl geeigneter Okulare besprochen, und welche Vergrößerung bei den unterschiedlichen Objekttypen sinnvoll eingesetzt werden sollte.
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Objekten des Sonnensystems und gibt Tips für die Sonnen- und Mondbeobachtung. Die einzelnen Planeten werden mit ihren Besonderheiten wie den unterschiedlichen Phasen bei Merkur und Venus vorgestellt, und der Anblick im Okular eines Teleskopes mit geringer Öffnung (11,4cm) wird sehr realistisch beschrieben.
Den Hauptteil des Buches macht allerdings das Deep-Sky Kapitel aus. Nach den vier Jahreszeiten unterteilt werden jeweils etwa ein Dutzend Himmelsobjekte präsentiert, die größtenteils bereits mit einem kleineren Amateurteleskop unter einem nicht optimalen Himmel beobachtet werden können. Bei der Auswahl wurde vor allem auf recht helle und „schöne“ Deep-Sky Objekte Wert gelegt, die dem Einsteiger ein gewisses Erfolgserlebnis garantieren. Jedes Objekt wird dabei auf einer Doppelseite vorgestellt: Neben einer groben Übersichtskarte erleichtert eine Aufsuchkarte mit Sternen bis zur neunten Größenklasse das Auffinden. Von einem hellen Stern ausgehende wird zusätzlich der Aufsuchweg nach der Starhopping-Methode beschrieben. In einem Erläuterungstext wird das Objekt kurz vorgestellt und der Anblick bei unterschiedlichen Teleskopöffnungen beschrieben. In einer kleinen Tabelle sind die wichtigsten Daten wie Koordinaten, Helligkeit und Größe aufgeführt. Zusätzlich wird noch die zur erfolgreichen Sichtung notwendige Mindestöffnung des Fernrohrs und der Zeitraum für die Abendsichtbarkeit genannt. Den Abschluß bildet eine mit Amateurmitteln angefertigte Fotografie (es gibt erfreulicherweise nur eine Ausnahme) des Deep-Sky Objektes.
Beim Lesen fielen mir nur kleinere Verbesserungsvorschläge auf: In den Aufsuchkarten könnte vor allem in sternarmen Regionen und bei lichtschwachen Deep-Sky Objekten außerhalb der Milchstraße die Grenzgröße auf 10mag angehoben werden, um das Auffinden zu erleichtern. Daher halte ich eine Ergänzung des Buches durch den „Atlas für Himmelsbeobachter“ von Erich Karkoschka für sinnvoll. Bei ausgedehnten Objekten wie Nebel, Galaxien und offenen Sternhaufen finde ich deren Umrißlinien in den Aufsuchkarten wünschenswert.
Gerade für den Einsteiger in die Deep-Sky Beobachtung oder den
Neubesitzer eines ersten Fernrohrs halte ich dieses Buch für sehr
empfehlenswert. Durch die von den Autoren getroffene Auswahl an Himmelsobjekten
kommt der Beobachter schnell in den Genuß von Erfolgserlebnissen.
Es werden Tips gegeben, die eine zuverlässige Grundlage für die
spätere Beobachtung von lichtschwächeren Deep-Sky Objekten bilden.