Heinz-Joachim Klötzler, 2000
63 Seiten, durchgehend mit farbigen Graphiken und Bildern
ISBN 3-440-07833-7
Kosmos-Verlag
12,80 Euro (2002)
Über Teleskope gibt es eine riesige Auswahl an Literatur, wovon allerdings die meisten Bücher in englischer Sprache verfaßt wurden. Die Bücher lassen sich meist in zwei Kategorien einteilen: Theoretische Bücher, die im wesentlichen den Optikbereich behandeln, und jede Menge Literatur mit Anleitungen und Anregungen zum Selbstbau. Für den Einsteiger in die Materie, der ein Fernrohr kaufen möchte oder sich zuerst händlerunabhängig informieren möchte, sind auf die beiden Bereiche Optik und Selbstbau ausgerichtete Bücher kaum geeignet. In der englisch-sprachigen Literatur wird der Einsteiger kaum fündig, und in der deutsch-sprachigen Literatur gab es bisher überhaupt kein Buch. Diese Lücke wird nun mit dem Buch „Das Astro-Teleskop für Einsteiger“ gefüllt.
Leicht verständlich werden die in der Amateurastronomie gebräuchlichen Fernrohrtypen, Okulare und Montierungsarten beschrieben, wobei auch auf Ferngläser als Alternative eingegangen wird. Die Anforderungen an Teleskop und Montierung werden anschließend für verschiedene Interessenschwerpunkte des Benutzers wie zum Beispiel Astrofotografie, Planeten- und Deep-Sky-Beobachtung genauer beschrieben. Hierzu wird auf die Leistungsmerkmale der Fernrohroptik und einem sinnvollen Ausbau des Systems mit nützlichen Zubehörteilen eingegangen.
Besonders gelungen finde ich das Kapitel mit Beobachtungstips. Hier erhält der Leser wertvolle Tips, was beim Aufbau der Geräte zu beachten ist und wie die Montierung genau mit der Scheiner-Methode eingenordet werden kann. Für die Beobachtung von lichtschwachen Himmelsobjekten wird das Aufsuchen durch Starhopping und die anschließende Beobachtung mit indirektem Sehen erläutert.
Als ein wenig zu kurz empfinde ich die Beschreibung der äußerst praktischen Polsucher, die ein schnelles einnorden der Montierung deutlich erleichtern. Leider wird auch nicht auf die Grundzüge der Optikjustage von Newton-Teleskopen eingegangen, denn oftmals sind „schlechte“ Teleskope nur nicht richtig justiert.
An vielen Stellen zeigt sich, daß das Buch von einem Praktiker geschrieben wurde. Es ist hervorragend für den Fernrohrneuling geeignet, der sich vor dem Kauf informieren möchte, oder der mit der dem Teleskop beiliegenden Bedienungsanleitung so seine Verständnisprobleme hat. Weniger Nutzen werden langjährige Besitzer einer Optik aus dem Buch ziehen, weil im wesentlichen die Grundlagen behandelt werden. Mir hat die Lektüre des Buches Spaß gemacht, und ich kann es nur weiterempfehlen.
Dieser Artikel erschien in Magellan 3/2002