Astrofotografie in 5 Schritten

Axel Martin, 2002
218 Seiten, durchgehend s/w mit 87 Graphiken und 118 Bildern
ISBN 3-9807540-1-4
Oculum Verlag
24,00 Euro (2003)

Bereits vor über zehn Jahren veröffentlichte der Autor Axel Martin seine ersten Artikel über Astrofotografie in einer Vereinszeitschrift. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vom Turtle Star Observatory in Mülheim/Ruhr herausgegebenes Heftchen, welches 2002 bis zum vorliegenden Buch „Astrofotografie in 5 Schritten“ ergänzt und verbessert wurde.

Zu Beginn werden die Grundlagen von Kameras, Objektiven  und Filmmaterial erörtert. Es werden die verschiedenen Kameratypen vorgestellt und auf ihre Tauglichkeit für die Astrofotografie hin untersucht. Dabei stellt sich heraus, daß vor allem eine Spiegelreflexkamera für diesen Zweck prädestiniert ist, unter anderem wegen der großen Auswahl an erhältlichen Wechselobjektiven, vom Fischaugen- bis hin zum Teleobjektiv. Auch das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und Filmempfindlichkeit wird thematisiert.

Nicht jede Montierung ist für Langzeitbelichtungen geeignet, weshalb die unterschiedlichen Montierungstypen und Stative/Säulen aus fotografischer Sicht beurteilt werden. Zum schnellen Einnorden der Montierung wird auf die Nützlichkeit eines Polsuchers hingewiesen, der aber nicht in allen Montierungen eingebaut ist. Deshalb wird das exakte Einnorden mit der Scheiner-Methode vorgestellt, welche vor allem bei ortsfest aufgestellten Teleskopen eingesetzt wird.

Bei vielen Amateurastronomen kommt im Laufe der Zeit auch der Wunsch auf, kleine Deep-Sky-Okjekte mit einem Fernrohr zu fotografieren. Jedoch ist für diesen Zweck nicht jedes Teleskop gut geeignet. Es werden die üblichen Teleskoptypen auf ihre Abbildungsqualität hin beurteilt. Zusätzlich werden speziell für die Astrofotografie entwickelte Optiken vorgestellt. Neben der Primärbrennweite des Fernrohrs möchte der Besitzer gelegentlich die Brennweite verkürzen oder verlängern, um beispielsweise mehr Gesichtsfeld oder eine größere Abbildung eines Planetenscheibchens zu erhalten. Der Autor gibt Hilfestellungen bei der Wahl von Barlowlinsen oder dem richtigen Einsatz der Okularprojektion.

Wenn nun die geeignete Ausrüstung ausgewählt wurde und die ersten Astrofotos angefertigt werden, steht der Einsteiger vor allem bei der Fotografie durch das Teleskop meist vor zwei großen Problemen: Das richtige Fokussieren und das korrekte Nachführen der Optik. Axel Martin beschreibt neben der erforderlichen Fokussiergenauigkeit verschiedene Möglichkeiten des genauen Scharfstellens wie zum Beispiel mit einer Scheinerblende, er geht aber auch auf die Probleme der Filmplanlage und die mögliche Optimierung des vorhandenen Okularauszuges ein. Für das genaue Nachführen sind meistens Zusatzgeräte wie Off-Axis-Guider oder Leitrohr erforderlich. Es werden verschiedene Nachführvorrichtungen vom Fadenkreuzokular bis hin zum modernen elektronischen Autoguider vorgestellt.

Zum Abschluß gibt der Autor Anregungen für den Einsatz der Astrofotografie. Dies könnte unter anderem ein eigener Sternatlas oder eine Dokumentation der Planetenbewegung vor dem Sternenhintergrund sein. Es werden aktuelle und für die Astrofotografie geeignete Filme (Stand 2002) vorgestellt, und wie sich die Lichtverschmutzung durch den Einsatz von Nebelfiltern reduzieren läßt. Für den engagierten Astrofotografen werden die Möglichkeiten einer eigenen Dunkelkammer oder der digitalen Bildverarbeitung im Computer kurz aufgezeigt.

Der Titel „Astrofotografie in 5 Schritten“ verspricht meiner Meinung nach einen schrittweisen Einstieg in die Thematik, wo der interessierte Astrofotograf wie in einem Kochrezept an die Hand genommen wird, damit er schnell zu ersten gelungenen Ergebnissen kommt. Die fünf Schritte entpuppen sich aber beim näheren Hinsehen als die fünf Hauptkapitel des Buches (Grundlagen, Montierung, Teleskope, Scharfstellen/Nachführen und Anwendungsideen). Solche rezeptartigen Anleitungen sind nur an einigen wenigen Stellen vorhanden, wodurch der Einsteiger nach der Lektüre des Buches vor der Frage stehen könnte: Wie fange ich jetzt am geschicktesten an?

Zur Auflockerung des Buches würden mir ebenfalls ein paar mehr Astrofotos gefallen, eine Vorstellung zu erhalten, was man zum Beispiel mit einem Teleobjektiv oder mit der Okularprojektion aufnehmen kann. In dem Buch sind leider nur s/w Graphiken und Bilder vorhanden, vor allem bei den Filmtests würde ich farbige Fotos zur Beurteilung der Farbempfindlichkeit begrüßen. Vielleicht können bei der nächsten Auflage einige farbige Seiten eingefügt werden.

Axel Martin beschreibt sehr genau, welche Ausrüstung für die Astrofotografie geeignet ist.
Er gibt viele Tips, worauf es bei den Geräten ankommt, und somit ist dieses Buch ein idealer Ratgeber vor dem Kauf oder der Erweiterung der Ausrüstung.
 

Dieser Artikel wurde in der Astronomie-Zeitschrift "VdS-Journal 2/2003" der Vereinigung der Sternfreunde e.V. veröffentlicht.
 

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