M52, Bubble-Nebel (NGC7635), NGC7538 (Sh2-158) und Sharpless 159
 

Das Sternbild Cassiopeia enthält zahlreiche offene Sternhaufen und Gasnebel. Nordwestlich des „Himmels-W“ liegt der mit einem Fernglas beobachtbare offene Sternhaufen M52. In der direkten Nachbarschaft dazu befinden sich einige hellere Nebelregionen, die bereits bei knapp 800 mm Brennweite zahlreiche Details offenbaren.
 

Übersichtsaufnahme der Region mit dem offenen Sternhaufen M52, dem Bubble-Nebel (NGC7635 bzw. Sh2-162) und dem Emissionsnebel NGC7538 (Sh2-158). Aufgenommen mit einem 152/797 Newton-Teleskop und Baader Koma-Korrektor auf Kodak E200 (12, 14, 16 und 18 Minuten Belichtungszeit) unter Vorstadtbedingungen. Zur Streulichtunterdrückung verwendete ich einen IDAS-LPS-Filter. Nachgeführt wurde mit dem Autoguider SBIG ST4 und einem 100/1000-Maksutov „Russentonne“. Auf der Astrofotografie ist Norden oben und Westen rechts.
 

Der offene Sternhaufen M52 wurde am 7. September 1774 von Charles Messier entdeckt. Er ist etwa 4500 Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von ca. 22 LJ.  M52 ist einer der sternreichsten Sternhaufen und erhielt deswegen von dem Amateurastronomen Jeff Bondone den Spitznamen „salt an pepper cluster“. Der helle Stern BD +60°2532 sieht aus wie ein Vordergrundstern, gehört aber zu M52 und ist dessen hellster Stern. Er ist ein gelber Überriese.
 

Sternhaufen M52 (Ausschnittsvergrößerung aus der Übersichtsaufnahme)
 

Unter einem aufgehellten Vorstadthimmel (Grenzgröße 4m5 in der Cassiopeia) ist M52 in einem 10x50 Fernglas (Carl Zeiss Jena Dekarem) bereits als ein runder Nebelfleck erkennbar, der sich gut vom Himmelshintergrund abhebt. Der offene Sternhaufen lässt sich in dem Fernglas nicht in Einzelsterne auflösen.
 

Etwa 40 Bogenminuten südwestlich von M52 befindet sich NGC7635 (Sharpless 162). Die Nebelregion wurde vor etwa 200 Jahren von William Herschel entdeckt und als planetarischer Nebel katalogisiert. Inzwischen wurde NGC7635 als galaktischer Nebel identifiziert. Das Objekt ist etwa 11.000 Lichtjahre entfernt und unter Vorstadtbedingungen nicht mit einem 10x50 Fernglas beobachtbar.
 

Bubble-Nebel (NGC7635, Ausschnittsvergrößerung aus der Übersichtsaufnahme)
 

Zur Verdeutlichung wurde der Rotkanal des Bildes invertiert und im Kontrast angepasst.
 

Besonders interessant ist eine wie eine Blase aussehende Nebelstruktur, die NGC7635 den Namen „Bubble-Nebel“ gab. Diese Blase hat eine Ausdehnung von ca. 10 Lichtjahren. Am Rande der Blase liegt der helle Stern BD+60°2522 mit etwa 20 bis 40 Sonnenmassen. Durch den Sonnenwind dieses O6-Sterns und einen weiteren stellaren Wind entsteht die Blasenform des Bubble-Nebels. Der in dem Nebelkomplex enthaltene Sauerstoff wird durch die UV-Strahlung von BD+60°2522 im O[III]-Licht zum leuchten angeregt.
 

1,3° westlich von M52 befindet sich der Emissionsnebel NGC7538 (Sharpless 158, Sh2-158), zu dem ich leider keine weiteren Informationen fand. Auch dieser Nebel ist mit einem 10x50 Fernglas nicht sichtbar.
 

NGC7538 bzw. Sharpless 158 (Ausschnittsvergrößerung aus der Übersichtsaufnahme)
 

Zur Verdeutlichung wurde der Rotkanal des Bildes invertiert und im Kontrast angepasst.
 

Etwa 40 Bogenminuten westlich des Bubble-Nebels liegt der kleine und sehr lichtschwache Emissionsnebel Sharpless 159 (Sh2+159), zu dem ich leider auch noch keine weiteren Informationen fand. Dieser Nebel liegt noch knapp oberhalb des Grenzbereiches meiner fotografischen Ausrüstung unter dem aufgehellten Vorstadthimmel.
 

Sharpless 159 (Sh2-159, Ausschnittsvergrößerung aus der Übersichtsaufnahme)
 

Zur Verdeutlichung wurde der Rotkanal des Bildes invertiert und im Kontrast angepasst.
 

In Kürze möchte ich die Region mit meinem 80/600 Refraktor beobachten. Einerseits hoffe ich, den Sternhaufen zumindest ansatzweise auflösen zu können, andererseits möchte ich einfach mal probieren, ob unter den hiesigen Vorstadtbedingungen bereits die hellsten Nebelbereiche vom Bubble-Nebel sichtbar sind.
 

Literatur- und Quellenangaben:
Astronomical Picture of the Day
interstellarum 24 (Oktober 2002), oculum-Verlag
Atlas der Messierobjekte, 2006, oculum-Verlag
 

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