Totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999

Am 11.8.1999 fand über Europa eine totale Sonnenfinsternis statt. Aus diesem Anlaß fuhr ich mit meiner Familie und einigen guten Bekannten nach Süddeutschland, um dort in dem schmalen Streifen der Totalität das Naturereignis zu beobachten. Auf dieser Seite befinden sich einige während der Exkursion aufgenommene Impressionen und ein paar Bilder der Sonnenfinsternis. Alle angegebenen Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Sommerzeit (UT+2h).
 
  Morgens um 9h, noch etwa 130 Minuten bis zum 1. Kontakt.
Der am Vortag ausgewählte Beobachtungsplatz zeichnet sich durch eine geschlossene Wolkendecke aus. Etwa 10km in Richtung Osten sind immer wieder Wolkenlücken zu sehen. Was tun?
Doch noch schnell den Beobachtungsplatz wechseln und nördlich des Dorfes Burbach im Zeichen des Kreuzes aufbauen. Immer wieder sind einige Lücken in der Wolkendecke zu sehen. Noch etwa 60 Minuten bis zum ersten Kontakt.
Unser Beobachtungsplatz kurz nach Abschluß der Aufbauarbeiten.
Erster beim Beobachten! Joachim wollte nur visuell beobachten, entsprechend wenig Ausrüstung mußte er mitnehmen. Während einer kurzen Wolkenlücke konnte er die noch unverfinsterte Sonne betrachten.
11h05, noch sechs Minuten bis zum 1. Kontakt.
11h23, zwölf Minuten nach dem 1. Kontakt.
Der Beginn der partiellen Verfinsterung war leider wegen zu starker Bewölkung nicht zu beobachten. Belichtungszeit 1/60s
Auch Holger nutzt die Ruhe vor der Totalität zur Beobachtung der teilverfinsterten Sonne. Es ist schon erstaunlich, was so alles in einen kleinen Toyota Starlet reinpaßt...
Stefan beim Fokussieren. Mit dem 63/840-Refraktor (Telementor) entstanden die hier gezeigten Bilder der partiell verfinsterten Sonne. Mit dem 100/1000-Maksutov ("Russentonne") auf der Gegengewichtsstange sollte die totale Finsternis fotografiert werden.
11h33, 22 Minuten nach dem 1. Kontakt.
Einige schwache Wolkenausläufer strukturierten die Sonnenoberfläche. Belichtungszeit 1/30s
11h35, 24 Minuten nach dem 1. Kontakt.
Während des Nachjustierens der Kamera verdichtete sich die Wolkendecke. Belichtungszeit 1/30s
Unser Beobachtungsplatz bei gleichbleibender Blende und Belichtungszeit. Es wird merklich dunkler.
Der Feldweg und die Felder in der Umgebung füllen sich langsam mit immer mehr Leuten, die auch das Ereignis beobachten wollen. Der Grundstückseigentümer schaut nach dem Rechten.
Holger überlegt, ob er noch etwas vergessen hat, bevor die Totalität kommt.
Alles in Ordnung!
11h44, 31 Minuten nach dem 1. Kontakt, noch 48 Minuten bis zur Totalität.
Nur noch gelegentlich kommen kleine Wolkenlücken, in denen die Sonne fotografiert werden kann. Belichtungszeit 1/30s
Für den Film ist es schon deutlich dunkler, das Auge kann aber noch problemlos ausgleichen. Die Landschaft erscheint in einem leichten Grauschleier, die Vögel fliegen deutlich tiefer.
Wird das noch etwas mit dem Wetter? 
Schlecht wird es! Knapp eine halbe Stunde vor dem zweiten Kontakt begann ein ausgedehnter Landregen. Zum Glück hatten wir ausreichen Plastikfolie, um die Optiken vor der Feuchtigkeit zu schützen.
Plastikfolie und gelber Sack ergeben die optimale Kombination für Verpackungskunstwerke a la Christo
Alles Richtung Sonne ausgerichtet
Beate und Joachim suchen im Kofferraum Schutz
Kurz vor der Totalität hört der Regen auf und ein paar Wolkenlücken ermöglichen immer wieder kurzzeitig freie Sicht auf die Sonne.
Etwa zwei Minuten vor der Totalität ist es für die Kamera stockduster, das Auge kann aber noch recht gut kompensieren.
Etwa eine Minute vor der Totalität. Immer wieder kleine Wolkenlücken lassen hoffen...
Wenige Sekunden vor dem zweiten Kontakt ist nur noch eine dünne Wolkendecke vor der Sonne und ermöglicht einen fast freien Blick auf das Spektakel.
Durch vorbeiziehende Wolkenfelder variiert die Größe der Korona.
Oben rechts befindet sich eine riesige Protuberanz, die auch mit bloßem Auge sichtbar ist. Die enorme Helligkeit überstrahlt sogar den Mondrand.
Immer wieder zeigt sich die volle Ausdehnung der Korona.
Kurz nach Ende der Finsternis ziehen wieder dichtere Wolkenschichten vor die Sonne. Wir hatten mit der Wolkenlücke Glück gehabt, denn die komplette Totalität über war die Sonnenkorona deutlich sichtbar.
Nur noch sporadisch ist die partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Dafür regnete es aber nicht.
Holger versucht noch immer jede Sichtbarkeit der Sonne zu filmen.
Für etwa fünfzehn Minuten haben wir freie Sicht auf die Sonne. In der Umgebung bauen die meisten Leute ihre Ausrüstung schon ab, wir wollen aber noch bis zum Ende ausharren.
Der letzte freie Blick für diesen Tag. Bei höherer Vergrößerung zeigte sich der unregelmäßige Verlauf des Mondrandes, hervorgerufen durch die hügelige Mondoberfläche.
Das war es dann mit der Schönwetterphase... Trotzdem konnte zwischen den Wolken der Austritt der Fleckengruppe beobachtet werden. 
Die Bewölkung verdichtet sich zunehmend, kurz nach dieser Aufnahme setzt ein starker und längerer Landregen ein. Wir bauen trotzdem zufrieden ab und treten die Heimreise an.
Während der Sonnenfinsternis war zur Totalität hin ein deutlicher Abfall der Umgebungstemperatur zu bemerken. Mit einem einfachen digitalen Thermometer in einer schattigen Lage ermittelte ich immer wieder die Lufttemperatur.

Bei einem späteren überregionalen Treffen von Amateurastronomen bestätigte sich unsere Entscheidung, doch den am Vortag ausgewählten Beobachtungsplatz zu verwerfen. Hier war die totale Sonnenfinsternis nur 1,5 Sekunden sichtbar.

Die partiellen Phasen wurden mit einem 63/840-Refraktor von Carl Zeiss Jena (Telementor) fotografiert, zur Brennweitenverlängerung auf 1680mm setzte ich einen 2x-Fotokonverter ein. Die Totalität  fotografierte ich mit einem 100/1000-Maksutov ("Russentonne"). Als Filmmaterial setzte ich Fujichrome Sensia 100 ein. Die Astrofotos wurden von Stefan Ueberschaer aufgenommen, die Impressionen von Ulrike Ueberschaer.
 

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