1896 wurde im Rahmen einer Gewerbeausstellung in Berlin Treptow die
Archenhold Sternwarte gegründet, die mit dem längsten Linsenteleskop
der Welt ausgestattet wurde. Später wurde die Sternwarte durch ein
Zeiss-Kleinplanetarium ergänzt.
Bereits vom Vorplatz aus sichtbar ragt das Linsenteleskop als Wahrzeichen
der Sternwarte über die Dächer. Die Gebäudefassade wird
durch aus Stahlstangen zusammengeschweißte Sternbilder verziert,
wobei die hellen Sterne durch Lampen symbolisiert werden.
Im Ausstellungsraum liegt ein "größerer" Eisenmeteorit,
der gerade noch über den Betonsockel gerollt werden kann.
Die Sternwartenführungen werden durch eine Kurzveranstaltung im
Zeiss-Kleinplanetarium ergänzt, so daß jeder Besucher auch unter
dem lichtverschmutzen Großstadthimmel wenigstens für einen Augenblick
einen dunklen "Sternenhimmel" erleben kann.
Auf dem Dach der Sternwarte stehen noch weitere Kuppeln mit Teleskopen.
Links im Bild befindet sich ein altes Rohrstück des großen Linsenteleskopes.
Das Hauptgerät der Sternwarte ist ein Linsenteleskop mit einem
68cm-Steinheil Objektiv mit 250kg Gewicht und einer Brennweite von 21m,
somit ist es das längste Fernrohr der Erde. Das fest eingebaute Okular
bringt 210fache Vergrößerung.
Bei der Montierung handelt es sich um eine Gabelmontierung. Vor der
Beobachtung wird das Dach nach hinten weg gefahren, damit das Teleskop
frei beweglich ist. Als Gegengewicht zum Fernrohr dienen in der Deklinationsachse
zwei Gegengewichte mit jeweils neun Tonnen Gewicht, womit das Teleskop
leicht in Nord-Süd-Richtung verstellt werden kann.
Die Stundenachse der Gabelmontierung ruht neben einem zentralen Lagerpunkt
hauptsächlich auf zwei drei Meter großen Metallrädern,
über die auch die Nachführung und die Bewegung in Ost-West-Richtung
vollzogen wird.
Blick über die komplette Fernrohrkonstruktion. Die gesamte bewegliche
Masse wiegt etwa 130 Tonnen, womit auch deutlich wird, daß der Aufwand
für eine möglichst spielfreie und präzise Bewegung des Teleskopes
enorm sein muß.
Freundlicherweise war der Notausgang nicht versperrt, so daß
ich kurz einen Blick auf die Stahlkonstruktion werfen konnte, über
die während der Beobachtung das Rolldach nach unten hin abgefahren
wird.
Neben dem Hauptgerät existieren in einem angrenzenden Park noch
zwei weitere Beobachtungsstationen und ein Platz mit mehreren Stahlsäulen
mit Anschlußmöglichkeiten für Zeiss-Montierungen.
Bedanken möchte ich mich bei Sirko Molau für die Anregung, die Archenhold Sternwarte während meines Berlin-Aufenthaltes zu besuchen.
Homepage der Archenhold Sternwarte: http://www.astw.de