Das wichtigste vorweg: Schauen Sie niemals mit bloßem Auge in die Sonne! Benutzen Sie bei der Fotografie der Sonne immer entsprechende Sonnenschutzfilter! Benutzen Sie auf keinen Fall Rettungsfolie als Schutzfilter, die schädlichen Wellenlängen werden dort nur unzureichend herausgefiltert! Nur bei Sonnenfinsternissen und Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergängen kann ohne Schutzfilter gearbeitet werden, wenn man mit bloßem Auge direkt in die Sonne blicken kann, ohne daß sie blendet!
Sonnenuntergang am 8.3.1996
100mm/1000mm Maksutov-Teleskop, Scotch Chrome 400, 1/175 Sekunde Belichtungszeit
Auch wenn es mit bloßem Auge meist nicht sichtbar ist, die Sonnenoberfläche variiert von Tag zu Tag. Je nach Fleckenzyklus befinden sich mehr oder weniger Sonnenflecken auf der Oberfläche, die teilweise von ausgedehnten Flaregebieten umgeben sind, die vor allem am Sonnenrand gut sichtbar sind. Bereits über einen Zeitraum von 24 Stunden lassen sich Strukturänderungen in Fleckengruppen und durch die Eigenrotation der Sonne eine Bewegung der Flecken auf der Oberfläche beobachten.
Sonne am 25.6.1999 um 17h42 MESZ
63mm/840mm Refraktor (Carl-Zeiss-Jena Telementor), Brennweite verlängert
mit 2x-Konverter von Pentax auf 1680mm, Lichtdämmung mit Glassonnenfilter
und einem 8x Graufilter, Fuji Chrome Velvia 50, 1/60 Sekunde Belichtungszeit
Wegen der geringen Ausdehnung der einzelnen Strukturen sollte zur Sonnenfotografie
mindestens ein Teleobjektiv mit 500mm Brennweite eingesetzt werden. Auch
hier sollte die Teleskopbrennweite eventuell mit einer Barlowlinse (siehe
Kapitel Mondfotografie) verlängert werden. Zur Fotografie von Sonnenfleckengruppen
bietet sich die Okularprojektion an, auf die im Kapitel Planetenfotografie
näher eingegangen wird. Die Sonne hat von der Erde aus gesehen in
etwa die gleiche Winkelausdehnung wie der Mond, daher gilt auch hier der
gleiche Abbildungsmaßstab. Pro 1000mm Brennweite beträgt der
auf dem Film abgebildete Sonnendurchmesser etwa 9mm.
Analog zur Mondfotografie kann mit dem in der Kamera eingebauten Schnittbildindikator
direkt auf den Sonnenrand fokussiert werden, alternativ kann die Schärfe
auch wunderbar mit dem Kontrast einzelner Flecken auf der Mattscheibe eingestellt
werden. Auch hier gilt, daß bei dem Einsatz eines Belichtungsmessers
der Meßbereich komplett von der Sonnenscheibe bedeckt sein sollte,
um Fehlerbelichtungen zu vermeiden. Trotzdem sollte auch hier eine Serie
von Aufnahmen angefertigt werden.
Fleckengruppe am 25.6.1999 um 18h00 MESZ
63mm/840mm Refraktor (Carl-Zeiss-Jena Telementor), Okularprojektion
mit einem 10,5mm orthoskopischen Okular, Lichtdämmung mit Glassonnenfilter,
Fuji Chrome Velvia 50, 1/250 Sekunde Belichtungszeit
Wegen der enormen Helligkeit der Sonne trotz entsprechender Sonnenfilter
empfiehlt sich der Einsatz feinstkörniger Filme mit 50-100ASA. Sehr
gute Erfahrungen habe ich mit den Diafilmen Fujichrome Sensia 100 und Fujichrome
Velvia 50 und den s/w-Filmen Ilford Pan F 50 und Kodak Techincal Pan 2415
gemacht.