Nachgeführte Kamera:
Bei einer nur auf einem Stativ befestigten Kamera wird die Belichtungsdauer
im wesentlichen durch die Erdrotation beschränkt, und doch können
wir Aufnahmen anfertigen, die alle mit bloßem Auge sichtbaren Sterne
abbilden. Doch es entsteht meist recht schnell der Wunsch nach länger
belichteten Bildern, wo die Sterne noch als Punkte abgebildet werden, und
nicht als Striche. Dafür wird eine Vorrichtung zum Ausgleich der Erdrotation
benötigt, einer sogenannten Montierung.
Montierungen:
In der Astronomie sind viele verschiedene Montierungsarten gebräuchlich,
die alle es dem Fernrohr ermöglichen, auf einen beliebigen Himmelsausschnitt
zur Beobachtung ausgerichtet zu werden. Möchten wir die Montierung
auch zur Astrofotografie nutzen, benötigen wir eine Montierung, die
genau auf den Himmelspol ausgerichtet eine fehlerfreie Nachführung
ermöglicht. In Betracht kommen also nur eine parallaktische und eine
Gabelmontierung. Die Gabelmontierung ist meisten von den Anschlußmöglichkeiten
und der Ausbaufähigkeit her sehr begrenzt, bei der Fotografie durch
das Fernrohr erschwert teilweise noch die geringe Steifigkeit der Gabelarme
eine einwandfreie Nachführung. Deshalb wird im folgenden nur auf die
parallaktische Montierung (oder auch bekannt als deutsche Montierung) eingegangen.
Sie besteht aus zwei Achsen, wovon die Stundenachse (=Rektaszensionsachse)
auf den Himmelspol ausgerichtet wird, um den sich der Sternenhimmel scheinbar
dreht. Viele transportable Montierungen haben in der Stundenachse ein kleines
Fernrohr eingebaut, mit dem die Montierung genau ausgerichtet werden kann.
Diese Polsucher erleichtern den Aufbau der Montierung sehr, und die Genauigkeit
ist in der Regel für die Astrofotografie ausreichend. Wegen der Unterschiede
zwischen den verschiedenen Herstellern wird bei der Benutzung der Polsucher
lediglich auf die Bedienungsanleitung hingewiesen. Die zweite Achse ist
die Deklinationsachse, auf der einen Seite ist das Fernrohr befestigt,
die gegenüberliegende Seite ist die Gegengewichtsstange, wo Gegengewichte
die Fernrohrmasse ausbalancieren. Um einen leichtgängigen Betrieb
der Montierung zu gewährleisten, sollte das Ausbalancieren der Gegengewichte
sorgfältig vorgenommen werden, vor allem bei der Astrofotografie ist
das wichtig.
Sternbild Schwan mit Milchstraße
50mm Objektiv, Blende 4, Scotch Chrome 400, 35 Minuten Belichtungszeit,
Sauerland
Für Astrofotos bis in den Telebereich hinein kann die Montierung
noch von Hand nachgeführt werden, allerdings sollte beachtet werden,
daß im Laufe der Nacht oder schon nach den ersten Bildern die Konzentration
schnell nachläßt, und die Nachführgenauigkeit sinkt. Ein
Motor in der Stundenachse ist also fast schon Pflicht, in der Deklinationsachse
wird der Motorantrieb erst bei Langzeitbelichtungen im Telebereich erforderlich.
Je länger die Brennweite wird, um so größer werden auch
die Anforderungen an die Montierung, bei der Fotografie durch das Fernrohr
ist auch ein Deklinationsmotor unabläßlich.
Eine für die Astrofotografie genutzte Montierung mit Stativ sollte
auch ausreichend stabil sein, um verwackelte Bilder zu verhindern. Häufig
wird auf freiem Feld fotografiert, wo ein entsprechend starker Wind wehen
kann. Kleinere Windböen sollte die Montierung durchaus verkraften
können, um nicht unnötigerweise die eh schon geringe Zahl der
astrofotografisch nutzbaren Nächte noch weiter reduzieren zu müssen.
Bei der Wahl einer neuen Montierung sollte also eher Geld investiert
werden als in ein besonders ausgefeiltes Teleskop, denn die beste Optik
nützt auf einer wackeligen Montierung nichts. Achten Sie beim Kauf
auf eine ausreichend stabile Montierung mit einem guten Stativ, überdimensionieren
Sie ruhig. Die Montierung sollte mit einem Polsucher und zwei Motoren mit
entsprechender Steuerelektronik ausrüstbar sein. Ideal wäre hier
eine Elektronik mit 12V-Versorgungsspannung für die Nutzung einer
Autobatterie auf freiem Feld.
Für weitere Einzelheiten zum Thema Montierungen verweise ich auf
das Buch „Das Astro-Teleskop für Einsteiger“ von Heinz-Joachim Klötzler
aus dem Kosmos-Verlag (ISBN 3-440-07833-7).
Anschlußmöglichkeiten:
Es gibt meistens zig verschiedene Kameraanschlußmöglichkeiten.
Manche Hersteller haben direkt an den Rohrschellen des Teleskops Fotoschrauben
zur Aufnahme der Kamera angebracht, wobei die Kamera sehr nah am Fernrohrtubus
befestigt ist, was vor allem bei Weitwinkelfotografien zu Abschattungen
durch das Teleskop führen kann. Die Rohrschellenbefestigung ist also
nur für Teleobjektive geeignet. Einige Hersteller bieten deswegen
Abstandshalter an, die zwischen Fernrohr und Kamera gesetzt werden, um
den Abstand zu vergrößern. Eine weitere Möglichkeit besteht
im Anbringen der Kamera neben der Teleskopöffnung am vorderen Ende
des Fernrohrs. Wegen des nun weit nach vorne verlegten Schwerpunktes muß
das Teleskop auf der Montierung ein wenig nach hinten verschoben werden,
damit kein Übergewicht nach vorne besteht. Häufig sind Kamerahalterungen
direkt beim Fernrohrhersteller erhältlich.
Als letzter Ausweg bietet sich noch die Gegengewichtsstange an, mit einer entsprechenden Befestigung, die aber meistens selbst angefertigt werden muß, kann beispielsweise eine Platte an der Achse angeflanscht werden, die eine Kamera aufnehmen kann. Wer Metallbearbeitungsgeräte zur Verfügung hat, kann auch eine entsprechende Platte auf eins seiner Gegengewichte schrauben. Die Befestigung einer Kamera erfordert manchmal etwas bastlerisches Geschick, vor allem bei Teleskopherstellern mit einem schlecht ausbaubaren Sortiment. Vor allem für die Fotografie von Sternbildern ist das Anbringen eines Kugelkopfes zur Kameraaufnahme empfehlenswert, so kann das Sternbild einfach „in Szene“ gesetzt werden. Auch hier sollten die billigsten Kugelköpfe mit Vorsicht zu genießen sein.
Nachführung und Genauigkeiten:
Mit steigender Brennweite und immer längeren Belichtungszeiten
wachsen auch entsprechend die Anforderungen an die Genauigkeit der Montierung.
Wir benutzen ja gerade die oft teure Montierung, um punktförmige Sterne
auf dem Foto abzubilden. Entsprechend genau muß dann auch gearbeitet
werden. Als erstes ist ein möglichst genaues Einnorden der Montierung
erforderlich, sonst kann die Nachführung der Montierung die Erdrotation
nicht ausgleichen.
Bei einer Montierung ohne Nachführmotoren muß die Erddrehung
von Hand ausgeglichen werden. Dazu benötigen wir ein Fernrohr mit
einem möglichst beleuchteten Fadenkreuzokular. In die Mitte des Fadenkreuzes
wird ein ausreichend heller Stern eingestellt, dann wird die Kamera auf
die zu fotografierende Himmelsregion ausgerichtet. Nun wird der Leitstern
wieder genau in die Mitte des Fadenkreuzes geschwenkt, die Belichtung kann
beginnen. Während der Belichtung muß durch Drehung des Stundenantriebs
der Stern möglichst genau in der Fadenkreuzmitte gehalten werden.
Dabei wird auf den Antriebsknopf weniger eine Handdrehung sondern eher
ein konstanter Druck in Nachführrichtung übertragen, der sorgfältig
dosiert werden muß. Hilfreich ist es, wenn man sich bei der Nachführung
hinsetzen kann, Ermüdungs- und Konzentrationsprobleme werden gemindert.
Falls die Striche des Fadenkreuzes zu dick sind und den Stern bedecken,
hilft ein leichtes defokussieren des Sterns, er tritt dann wieder hinter
dem Fadenkreuz hervor. Bei nur einem geringen Defokussieren wird die Nachführgenauigkeit
nur unwesentlich gemindert.
Montierungen mit Motorantrieb gleichen von sich aus die Erdrotation
aus, nur bei Aufstellungsfehlern der Montierung (und die gibt es immer!)
muß sporadisch manuell eingegriffen werden. Bei geringen Brennweiten
und noch recht „kurzen“ Belichtungszeiten kann die Montierung alleine vor
sich hinarbeiten, ab dem Telebereich oder bei langen Belichtungszeiten
sollte ein Leitstern im dem Fernrohr und einem Fadenkreuzokular verfolgt
werden, um beim Herauslaufen des Sterns durch Betätigen einer entsprechenden
Korrekturtaste einzugreifen.
1989 brachte die amerikanische Firma SBIG ein Autoguidersystem auf
den Markt, wo das Beobachterauge durch einen lichtempfindlichen CCD-Chip
ersetzt wird. Die notwendigen Korrekturen bei einem herauslaufenden Leitstern
werden von einem eingebauten Mikroprozessor berechnet und durchgeführt.
Solche elektronischen Regelsysteme bringen über einen langen Zeitraum
erstaunlich gute Nachführgenauigkeiten ohne Ermüdungserscheinungen
hinter dem Fadenkreuzokular. Jedoch lohnt sich eine solche Anschaffung
erst bei der Fotografie mit langen Brennweiten.
Einige Fadenkreuzokulare haben auch eine Skala mit eingebaut, die in
Bogensekunden je nach Fernrohrbrennweite umgerechnet werden kann. Dazu
muß jedoch wegen der Produktvielfalt auf die dem Okular beiliegende
Bedienungsanleitung verwiesen werden. Unten stehender Tabelle kann die
erforderliche Nachführgenauigkeit für eine punktförmige
Sternabbildung entnommen werden. Mit Hilfe der Fadenkreuzskala kann dann
abgeschätzt werden, in welch einem Bereich sich der Leitstern im Fernrohr
bewegen kann, ohne sichtbare Ausreißer zu erzeugen. Die letzte Spalte
zeigt, in welcher Zeit der Stern am Himmelsäquator benötigt,
um die als maximale Toleranz angegebene Strecke zu überwinden.
Nordamerikanebel (NGC7000) im Sternbild Schwan
200mm Objektiv, Blende 4, Scotch Chrome 400, Belichtungszeit 20 Minuten,
Sauerland
Bei immer größer werdender Brennweite ist auch das Seeing nicht zu unterschätzen, durch das Hin- und Hertanzen des Sterns wird auf der Filmemulsion der Stern größer und verwaschener abgebildet. Dieser Effekt ist spätestens bei der Okularprojektion nicht zu unterschätzen.
Erforderliche Nachführgenauigkeiten:
| Brennweite: | Maximale Toleranz: | Laufzeit am Himmelsäquator: |
| 28mm | 107 Bogensekunden | 7s |
| 35mm | 86 Bogensekunden | 6s |
| 50mm | 60 Bogensekunden | 4s |
| 135mm | 22 Bogensekunden | 1,5s |
| 200mm | 15 Bogensekunden | 1s |
| 500mm | 6 Bogensekunden | 0,4s |
Die erforderliche Nachführgenauigkeit kann mit der folgenden Formel
berechnet werden, wobei Filmkorngröße und Objektivbrennweite
in Millimetern eingesetzt werden muß. Die Filmkorngröße
beträgt bei einem mittelempfindlichen Film mit 400ASA Empfindlichkeit
etwa 0,025mm bis 0,030mm, Spezialfilme wie der hochauflösende Kodak
Technical Pan 2415 haben ein wesentlich feineres Korn von etwa 0,010mm
Durchmessern und benötigen zu einer punktförmigen Sternabbildung
eine höhere Nachführgenauigkeit bei entsprechend gutem Seeing.
|
|
|
|
|
|
|
|
Filme, Belichtungszeiten und Himmelshintergrund:
Bei der nachgeführten Astrofotografie wird die Belichtungszeit
nicht mehr durch die Erddrehung sondern durch die Helligkeit des Himmelshintergrundes
begrenzt. Im Vergleich zur Fotografie mit der stehenden Kamera kann wesentlich
länger belichtet werden, wodurch der Amateurastronom nicht mehr auf
die wenigen hochempfindlichen und entsprechend körnigen Filmemulsionen
angewiesen ist, sondern er hat die Qual der Wahl.
Um eine allzu lange Belichtungszeit zu verhindern, sollte die Filmempfindlichkeit
nicht unter 200 ASA betragen. Mit 200ASA können wir unter einem dunklen
Landhimmel bei Blende 4 durchaus 15 Minuten belichten, bis der Himmelshintergrund
auf dem Foto erkennbar wird. Ein 400ASA Film würde bei gleicher Blende
bereits nach knappen acht Minuten das gleiche Resultat zeigen, jedoch hat
der Film ein gröberes Korn, dafür können aber auch knapp
doppelt so viele Bilder in einer Nacht angefertigt werden.
Viele Objektive haben bei offener Blende nur eine mittelmäßige
Abbildungsqualität, zum Rand hin wird der Himmelshintergrund immer
dunkler (Vignettierung), und die Sterne an den Bildecken werden eher als
Kometen abgebildet. Beide Bildfehler werden durch Abblenden des Objektivs
gemindert, meistens reicht Blende 4, nur bei den lichtschwächeren
Teleobjektiven sollte auf Blende 5,6 abgeblendet werden. Das Abblenden
hat noch als positives Nebeneffekt eine Steigerung der Schärfe zur
Folge, nachteilig wirkt sich natürlich die längere Belichtungszeit
aus. Bei den meisten Teleobjektiven reicht die werkseitig eingestellte
Fokussierung meistens aus, die Schärfe wird also auf „unendlich“ eingestellt.
Anschließend wird das Objekt bei geöffneter Blende gesucht und
fixiert, danach wird die Arbeitsblende eingestellt, und die Belichtung
kann beginnen.
Bei der nachgeführten Astrofotografie kommt es also auf den richtigen
Abstimmung der Parameter Filmempfindlichkeit, Filmkörnung, Blende
und gewünschte Belichtungszeit drauf an. In der folgenden Tabelle
werden einige in der Astrofotografie gebräuchliche Filme beschrieben.
Filme für die Astrofotografie:
| Film: | ASA: | Filmart: | Preis: | Bemerkungen: |
| Fuji Provia 100F RDP III | 100 | Dia | 7,95 Euro | Empfehlung, keine eigenen Erfahrungen |
| Fujichrome Sensia 100 II RD | 100 | Dia | 3,99 Euro | Feinkörnig, Mond- und Sonnenfotografie |
| Kodak Ektachrome prof. E200 | 200-1000 | Dia | 7,79 Euro | Feinkörnig, rot- und blauempfindlich |
| Fuji Provia 400F prof. RHP | 400 | Dia | 10,95 Euro | Empfehlung, keine eigenen Erfahrungen |
| Imationchrome 400 | 400 | Dia | alt | rot- und blauempfindlich |
| Agfachrome 1000 RS | 1000 | Dia | alt | rot- und blauempfindlich |
| Imationchrome 800/3200 P | 800-3200 | Dia | alt | Sehr grobkörnig, rot- und blauempfindlich |
| Kodak Ektachrome Panther 1600 | 1600-3200 | Dia | alt | Grobkörnig, rotempfindlich |
| Kodak Ektar pro Gold 400 GPY | 400 | Negativ | alt | rot- und blauempfindlich (Empfehlung) |
| Fujicolor NHG II 800 (6x6 Film) | 800 | Negativ | 5,59 Euro | Empfehlung, keine Eigenerfahrungen |
| Fuji Superia 800 | 800 | Negativ | alt | Empfehlung, keine Eigenerfahrungen |
| Ilford Pan F Plus 50 | 50 | S/W | 3,95 Euro | Feinstkörnig, Mond- und Sonnenfotografie |
| Kodak Technical Pan 2415 | 200 | S/W | 9,50 Euro | Feinstkörnig, sehr rotempfindlich |
| Kodak T-max 400 pro TMY | 400 | S/W | 3,50 Euro | Empfehlung, keine Eigenerfahrungen |
Manche Filme sind nur im Fünferpack erhältlich, der Preis in Euro bezieht sich aber auf einen Film ohne Entwicklung und wurde der Preisliste vom März 2002 von Brenner Foto Versand entnommen. Zum Teil sind die Filme auch als Meterware erhältlich und meistens rein rechnerisch pro Film billiger. Ob sich allerdings der Mehraufwand lohnt, muß jeder für sich selbst entscheiden. Einige der in der Liste aufgeführten Filme sind leider nicht mehr als Neuware erhältlich.
Gelegentlich gibt es Irritationen, ob es sich bei einem Kodak Diafilm
um den Elitechrome prof. E200 handelt oder nicht. Bisher fand ich den Kodak
E200 nur in größeren Fotogeschäften, beim Händler
an der Ecke muß er in der Regel bestellt werden. Von Kodak wird der
Film im Kleinbildformat nur im 5er-Pack mit Pappschachtel vertrieben. Verwechselt
wird der E200 oft mit dem günstigeren Kodak Elite Chrome 200, der
auch einzeln verkauft wird.
Die Abbildungen zeigen von links nach rechts jeweils den Aufdruck der
Verpackung und den Aufkleber auf dem Deckel der Filmdose des Elitechrome
prof. E200 und des Elite Chrome 200. Fazit: Nur da wo E200 draufsteht ist
auch E200 drin, sonst nirgends!
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Die Filmhersteller im Internet:
| Agfa | http://www.agfa.de |
| Fuji | http://www.fuji.de |
| Ilford | http://www.ilford.com |
| Kodak | http://www.kodak.de |
Der begrenzende Faktor schlechthin in der Astrofotografie ist die Helligkeit
des Himmelshintergrundes. Während der Belichtung sammelt der Film
das Licht der Sterne und des Himmelshintergrundes. Die fotografierten Objekte
werden bei länger werdender Belichtungszeit immer heller, immer mehr
schwächere Sterne werden mit abgebildet und sichtbar. Irgendwann reicht
die Belichtungszeit aber aus, um auch die geringe Helligkeit des Himmelshintergrundes
mit abzubilden, und wenn jetzt noch länger fotografiert wird, ist
die Aufnahme überbelichtet, die schwächeren Sterne werden vom
immer heller werdenden Himmelshintergrund wieder geschluckt.
Wir können also nur bis zum Sichtbar werden des Hintergrundes
immer mehr Informationen auf dem Bild sammeln, ab dem Anbelichten des Hintergrundes
sinkt der Informationsgehalt rapide. Um also lange belichten zu können
mit möglichst schwachen Sternen, muß eine dunkle Umgebung aufgesucht
werden. Deshalb fahren Amateurastronomen oftmals große Distanzen,
um aus den lichtverschmutzten Städten in dunkle Gegenden zu fliehen,
wo das Hobby Astrofotografie noch ungestört ausgelebt werden kann.
Aber auch in der lichtverschmutzten Umgebung der großen Städte
kann noch Astrofotografie betrieben werden, nur halt mit weniger Sternen
und entsprechend kürzeren Belichtungszeiten. Bei der stehenden Astrofotografie
auf einem Stativ sind die Belichtungszeiten in der Regel eh so kurz, daß
der Himmelshintergrund kaum anbelichtet werden kann.
Skybeamer einer Dorfdisco, Reichweite etwa 40km!!!
Eher störend wirken hier Skybeamer, die bestimmte Bereiche des
Fotos durch ihre regelmäßigen Bewegungen aufhellen können
und sehr störend sind.
Für die maximal sinnvolle Belichtungszeit kann keine Faustformel
aufgestellt werden. Die genaueste Möglichkeit zum Herausfinden der
optimalen Belichtungszeit ist auch hier wieder das Anfertigen einer Aufnahmeserie
mit verschieden langen Belichtungszeiten. Nach der Entwicklung sehen wir,
ab welcher Belichtungszeit der Himmelshintergrund sichtbar wird. Es ist
daher empfehlenswert, möglichst wenige Parameter zu ändern, optimal
wäre also ein fester Standort, und immer der gleiche Film mit der
gleichen Arbeitsblende. Mit dieser Methode lassen sich am einfachsten schöne
Astrofotos anfertigen.